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Malteser Presse

Telefonieren gegen die Einsamkeit - Malteserruf bietet Begleitung per Telefon

29.12.2016
Besonders zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel fühlen sich viele alleinstehende ältere oder kranke Menschen einsam: Beim Malteserruf nehmen sich ehrenamtliche Helfer, wie Helga Schindler (70), regelmäßig Zeit für ein Telefonat. (Foto: Malteser)

Der Winter ist für viele allein stehende ältere Menschen die Zeit großer Einsamkeit. Wegen der Straßenverhältnisse bleiben sie oft zu Hause, lassen den Rollator stehen. Der Partner schon lange tot, die Kinder sonst wo, die Bekannten verreist. Niemand ruft an. Dunkelheit und mangelnder Kontakt zu anderen Menschen schlagen aufs Gemüt. An Weihnachten und um den Jahreswechsel gehen beim Malteser Hausnotruf viele soziale Notrufe ein. Bei denen liegt kein medizinischer Notfall zugrunde. Sie sind Hilferufe gegen das Alleinsein. Dagegen hilft der Malteserruf.

"Bei unserem Hausnotruf, Menüservice oder anderen Kontakten haben wir Malteser gemerkt: Der Bedarf der Senioren nach Gesprächen ist groß", sagt Helga Schindler aus Bad Reichenhall. "Aber wer lässt gern Fremde in die Wohnung? Deshalb haben wir den Malteserruf aufgebaut. Das ist wie Hausbesuch per Telefon", erklärt die örtliche Leiterin den kostenlosen Dienst. "Ehrenamtliche Helfer der Malteser rufen einsame Menschen an", sagt die 70-jährige. Sie hat den Dienst vor sechs Monaten in ihrer Stadt gegründet.

Bundesweit gibt es 13 Malteserruf Angebote mit über 100 Ehrenamtlichen, die jede Woche mehr als 300 Personen anrufen. Tendenz steigend. Die Malteser laden ältere Menschen zur Teilnahme  ein. Die ehrenamtlichen Helfer schenken Zeit um Menschen in einem regelmäßigen Telefongespräch etwas Abwechslung und Lebensfreude zu bringen. Sie gehen auf die Gesprächswünsche ihres Telefonpartners ein, behandeln alle Informationen strikt vertraulich.

Die Malteserruf Teamleiter freuen  sich, wenn allein lebende Senioren sich unverbindlich nach dem Dienst erkundigen. Im Idealfall vermitteln sie einen geeigneten Gesprächspartner und die beiden entwickeln im Laufe der Zeit eine vertrauensvolle Beziehung.  Helga Schindler betont aber: "Es handelt sich nicht um ein Notfall-Telefon oder eine Telefon-Seelsorge."

Helga Schindler hat nach einem halben Jahr schon fünf ehrenamtliche Kollegen gewonnen - vier Frauen, einen Mann.  Jeder ruft seine Telefonpartner planmäßig an. Schindler: "Ich rufe beispielsweise einmal pro Woche eine 89-jährige Witwe an. Ihre Kinder arbeiten weit weg. Die Frau erzählt mir viel von früher, auch oft dasselbe. Aber ich höre dennoch zu." So sei das eben bei alten Leuten. Sie erinnert sich: "Mein Vater erzählte im Alter auch immer dasselbe, meist vom Krieg." Damals habe sie oft genervt weggehört. Heute wisse sie, wie falsch das ist. Sie notiert sich Stichworte aus den Gesprächen, damit sie beim nächsten Anruf leichter auf die Themen zurückkommen kann. Das steigere die Konzentrationsbereitschaft ihrer Gesprächspartnerin, erfreue sie, schaffe Vertrauen. "Ich merke, dass ihr die Gespräche gut tun. Und das tut mir gut", sagt die überzeugte Malteser Helferin über ihre Beweggründe.

Wie Sie in Ihrer Region den Malteserruf erreichen, erfahren Sie unter: www.malteser-sozialstark.de

Ein Foto zum Download gibt es hier.

Bildunterschrift:
Besonders zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel fühlen sich viele alleinstehende ältere oder kranke Menschen einsam: Beim Malteserruf nehmen sich ehrenamtliche Helfer, wie Helga Schindler (70), regelmäßig Zeit für ein Telefonat. (Foto: Malteser)

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Helga Schindler steht für Interviews und O-Töne zur Verfügung.
Vermittlung: 0221 / 9822-125.

Christlich und engagiert: Die Malteser setzen sich für Bedürftige ein. Hilfe für mehr als zwölf Millionen Menschen pro Jahr weltweit; 80.000 Engagierte in Ehren- und Hauptamt; an 700 Orten; 1 Mio. Förderer und Mitglieder

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Malteser Pressestelle
Tel. 0221 / 9822-125
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Klaus Walraf
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0151/14739570;
klaus.walraf(at)malteser(dot)org 
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